Rundbrief 3/2025:
Freiraumverlust

Wieviel Zivilgesellschaft bleibt?

Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einmischen, Missstände benennen und Verantwortung übernehmen. Doch der Raum für dieses Engagement wird enger – nicht überall gleich stark, aber weltweit spürbar. Immer häufiger werden Journalist:innen, Umweltaktivist:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen behindert, bedroht oder kriminalisiert. Was wir als „Shrinking Spaces“ bezeichnen, betrifft vor allem jene, die besonders mutig sind: Menschen, die dort handeln, wo Macht missbraucht und Gerechtigkeit verteidigt werden muss. In Deutschland erleben wir diesen Druck anders, aber auch nicht folgenlos. Der Ton wird rauer, Vertrauen schwindet, gemeinnützige Arbeit gerät unter Verdacht. Wir sind keine Demokratie im Ausnahmezustand – und doch zeigt sich, dass auch hier Freiräume nicht selbstverständlich bleiben. Sie brauchen Schutz, politische Rückendeckung und eine Gesellschaft, die sich solidarisch zeigt. Am härtesten trifft weltweit die Repression jene, die an
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Rundbrief 2/2025: Wechselkurs

Zivilgesellschaftliche
Perspektiven auf die 4.
Internationale Konferenz über
Entwicklungsfinanzierung

Das Frühjahr 2025 steht ganz im Zeichen der globalen (Entwicklungs-)Ökonomie. Nicht nur haben die medial breit rezipierten Zölle der 2. Regierung Trump Schockwellen durch die vernetzte Weltwirtschaft gejagt. Wir finden uns gleichermaßen in einer Staatsschuldenkrise im Globalen Süden, sehen einen Rückgang der Mittel der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit im Globalen Norden, verfolgen die politischen Verwerfungen in den internationalen Finanzinstitutionen und im multilateralen Gefüge insgesamt. Dass die Vereinten Nationen nach zehn langen Jahren der Vorbereitung genau zu diesem Zeitpunkt zu einer 4. Internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung ins spanische Sevilla einladen, mag Zufall sein. Die Konferenz bietet aber die Gelegenheit, dass sich die internationale Gemeinschaft auf Augenhöhe darüber unterhält, wie unter den genannten Bedingungen vielleicht doch noch Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung gemacht werden
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Rundbrief I/2025: Kleider machen Probleme

Der Lebenszyklus der Mode und seine Herausforderungen

Liebe Leserinnen und Leser, täglich stehen viele vor der Herausforderung: Was ziehe ich an? Kleidung ist mehr als ein Gebrauchsgegenstand, sie spiegelt Identität, Individualität oder Zugehörigkeit zu einem Kollektiv wider. Kleider machen Leute, das war schon immer so, und ebenso waren es schon immer Leute, die Kleider machten. Aktuell gilt dies mehr denn je, denn der Textilmarkt boomt. Die Branche wächst beständig. Immer neue Trends und die Verfügbarkeit von billigen Kunststofffasern heizen das Wachstum an. Sehr zum Leidwesen von Mensch und Umwelt. Denn die Produktion von Textilien geht mit schweren Menschenrechtsverletzungen und enormen Umweltbelastungen einher und das in nahezu jeder Stufe der Wertschöpfungskette. Die Textilindustrie gilt als Schlüsselindustrie zur Industrialisierung in einem Land – immerhin war sie eine der ersten großen Industrien im entstehenden Kapitalismus des 19. Jahrhunderts. Heute ist sie in Ländern wie Indien, China, Bangladesch, Türkei
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