Einleitung
Jährlich sterben weltweit laut WHO 2 Millionen Menschen an den Auswirkungen gefährlicher Chemikalien. Die massive Verwendung von Chemikalien sowie der enorme Verbrauch und Gebrauch von Rohstoffen durch die Chemie- und Plastikindustrie und ein maßloses Konsumverhalten gefährden das ökologische Gleichgewicht des Planeten, ähnlich wie die Klimakrise und das Artensterben. Bis zu 10 % des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten die Folgen der chemischen Verschmutzung die Gesellschaft. Um die Exposition von Chemikalien auf Natur und Menschen so weit wie möglich zu vermeiden, müssen nicht zuletzt auch Unternehmen in die Pflicht genommen werden. Denn alle 12 Jahre verdoppelt sich die Produktionsleistung der chemischen Industrie und damit wachsen auch deren
Chemikalien verbreiten sich über die Luft und Gewässer und sind mittlerweile an den entlegensten Orten zu finden. Es braucht internationale Bemühungen, um die Belastung von Mensch und Umwelt mit Chemikalien zu verringern. Bisherige internationale Konventionen regulieren jedoch unter 100 von ca. 300.000 Stoffen, die auf dem Markt sind.
Das globale Rahmenwerk über Chemikalien (Global Framework on Chemicals, GFC) soll die bestehenden Lücken schließen. Mit einem Zielkatalog aus 28 Zielen und einer klaren Vision von einer Welt ohne Schäden durch Chemikalien und Abfälle und für eine sichere, gesunde und nachhaltige Zukunft gibt das GFC einen Handlungsspielraum vor, in dem die Staaten sich bewegen. Zum Kerntext gibt es ein Paket mit wichtigen Resolutionen, die beschlossen wurden. So wurde bspw. eine Globale Allianz zu hochgefährlichen Pestiziden gegründet, die im Kern die Nutzung dieser Gruppe von Pestiziden bis 2035 beenden will. Eine weitere Resolution zu Gender und Chemikalien forciert die Erarbeitung eines Gender Action Plans in naher Zukunft. Auch das Monitoring von Gesundheitsauswirkungen durch Chemikalien wurde durch eine Resolution gestärkt. Auch wenn noch auf freiwilliger Basis, so wurde doch ein dezidierter Fond zur Unterstützung des GFC gegründet. Damit wurde eine wichtige Säule des integrierten Ansatzes zur Finanzierung des internationalen Chemikalienmanagements eingeführt. Die Industrie und Geberländer sind zwar angehalten, Beiträge zu dem Fond dazu zusteuern, letztlich bleibt es aber vom guten Willen dieser Akteure abhängig.
Der BUND, das European Network for Environmental Medicine, das Forum Umwelt und Entwicklung, HEJSupport, PAN Germany und WECF arbeiten gemeinsam für einen zukünftigen besseren Schutz der Umwelt und Gesundheit vor Chemikalienbelastungen und begleiten die Weiterentwicklung des internationalen Chemikalienmanagements.
Das Forum Umwelt und Entwicklung arbeitet ebenfalls mit dem globalen Netzwerks IPEN, das sich für eine giftfreie Zukunft einsetzt, in der die Produktion, Nutzung und die Entsorgung von Chemikalien weder Menschen noch der Umwelt schadet.