Rohstoffe

Einleitung

Der Zugang zu Rohstoffen, deren Ausbeutung und Konsum ist ein Kristallisationspunkt unserer wachstumsgetriebenen Wirtschaftsweise und der Machtasymmetrie zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Es braucht einen neuen Umgang mit fossilen und metallischen Rohstoffen und anderen natürlichen Ressourcen. Hier muss ein Umdenken stattfinden, um sowohl Menschenrechte als auch die Natur zu schützen und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

Das Forum Umwelt und Entwicklung beteiligt sich an verschiedenen Initiativen für eine rohstoffgerechtere Welt. Beispielsweise engagiert sich das Forum in der D-EITI, der deutschen Multi-Stakeholder-Gruppe (MSG) der EITI, der internationalen Initiative für Transparenz in der Rohstoffindustrie. Hier wird unter Beteiligung der Zivilgesellschaft auf bessere Transparenz der nationalen und internationalen Finanzströme im Rohstoffsektor hingearbeitet und durch die Darstellung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten und Nutzen der Rohstoffausbeutung mehr Rechenschaftspflicht in diesem Sektor eingefordert.

Das Forum ist Mitglied des Koordinierungskreises des AK Rohstoffe, einem deutschlandweiten Netzwerk rohstoffpolitischer NGOs, und arbeitet bei der Initiative Ressourcenwende an einer zukunftsfähigen Vision im Umgang mit Ressourcen mit.

Künftig wird die Menschheit stärker auf nachwachsende Rohstoffe angewiesen sein. Die auf biogenen Ressourcen basierende Wirtschaftsweise wird als Bioökonomie bezeichnet. Bioökonomie ist Zukunftskonzept für eine Wirtschaft, die ausschließlich auf biogene und nicht auf fossile Rohstoffe zurückgreift. Denn die Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas ist extrem umwelt- und klimaschädlich. Zudem neigen sich die ausbeutbaren Vorräte dem Ende zu, ebenso wie die weiteren Bodenschätze. Unbeachtet bleibt bisher, dass eine mögliche Bioökonomie die Ökonomisierung der Natur weiter vorantreibt – z.B. durch eine kontinuierliche Expansion von industrieller Land- und Forstwirtschaft zu Lasten der Umwelt. Zudem bringt der Rückgriff auf Biomasse nicht zwangsläufig einen sparsamen Ressourceneinsatz mit sich. Auch werden problematische Produktions- und Konsummuster nicht notwendigerweise in Frage gestellt.

Hier will das Aktionsforum Bioökonomie ansetzen, in dem das Forum ebenfalls beteiligt ist. Es verankert die Diskussion bei den relevanten Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, adressiert Chancen und Zielkonflikte und engagiert sich für eine ökologisch nachhaltige, sozial gerechte und demokratisch legitimierte Gestaltung einer zukünftigen Bioökonomie.

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