Gemeinsames Statement zur 17. UN-Biodiversitätskonferenz

Gemeinsames Statement

von NABU, Deutsche Umwelthilfe, WWF, Greenpeace, GYBN Europe, Jugenddelegation Voice4Biodiv, Campaign for Nature, OroVerde – Die Tropenwaldstiftung, ClientEarth, Forum Umwelt & Entwicklung

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Die bei der 17. UN-Biodiversitätskonferenz vor Ort vertretenen deutschen NGOs und GYBN Europe schicken zum Ende der Verhandlungen einen deutlichen Appell aus Jerewan nach Berlin:

Während sich die schwierigen Verhandlungen hinziehen, wird umso mehr deutlich, dass Deutschland starke Allianzen braucht. Als drittgrößte Volkswirtschaft muss Deutschland seiner globalen Verantwortung gerecht werden. In den vergangenen Jahren wurden starke und wichtige Partnerschaften im internationalen Natur- und Umweltschutz aufgebaut und eine Führungsrolle bei der internationalen Finanzierung eingenommen. Um diese zu erhalten, muss Deutschland seinen Zusagen nachkommen und eine schnelle und effektive Umsetzung der nationalen Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt garantieren.

Wir begrüßen das bisherige und nun vor Ort gezeigte Engagement des Bundesumweltministeriums für die Umsetzung des Abkommens zum Schutz der biologischen Vielfalt – besonders für die Stärkung der Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. Die Zusagen für den Natur- und Umweltschutz vor Ort in Armenien sind zudem eine willkommene Unterstützung für das Gastgeberland.
Auch wenn das Ergebnis der Verhandlungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht final vorliegt, ist eins klar: Deutschland muss auch national liefern. Es braucht eine starke Offensive zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Denn internationales Vertrauen lässt sich nur aufbauen, wenn man national verlässlich agiert, die vereinbarten Ziele umsetzt, und zu seinen internationalen Verpflichtungen und Finanzierungszusagen steht. Dafür muss der Schutz der biologischen Vielfalt und der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zur Aufgabe aller Ministerien werden.

Wir fordern von der deutschen Bundesregierung:

  1. Die Abschaffung und Umwidmung umweltschädlicher Subventionen als eine sektorübergreifende Aufgabe und damit Aufgabe aller Ressorts der Bundesregierung. Wir können nicht weiter erhebliche Summen für die Zerstörung unserer Natur ausgeben. Für jeden in den Schutz unserer Lebensgrundlagen global investierten Dollar fließen aktuell 30 Dollar in deren Zerstörung. Auch Deutschland zahlt jährlich 65 Milliarden Euro an umweltschädlichen Subventionen. Wir nehmen hier die Bundesregierung und alle Ministerien in die Pflicht.
  2. Die Zusagen von 1,5 Milliarden Euro für den globalen Biodiversitätsschutz müssen eingehalten werden und bis 2030 um ein weiteres Drittel wachsen.
  3. Wir brauchen einen wirksamen und ambitionierten nationalen Wiederherstellungsplan. Die Bundesregierung muss den Entwurf endlich bei der EU-Kommission einreichen und die Wiederherstellungsverordnung muss weiterhin konsequent mit allen Beteiligten umgesetzt werden.
  4. Wir brauchen jetzt ein wirksames Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur, da die Sicherung natürlicher Lebensräume uns allen dient und uns effektiv vor klimabedingten Risiken wie Hochwasser, Dürren oder Hitze schützt.

Natur- und Umweltschutz ist die Grundlage für Wirtschaft, Gesundheit,  Sicherheit und ein gutes Leben für alle Menschen auf dem Planeten. Die dafür notwendigen Finanzmittel dürfen nicht länger als Kosten, sondern als Investition in den Erhalt unserer natürlichen Infrastruktur gesehen werden.

Umfassende Forderungen deutscher NGOs an die Bundesregierung zur 17. UN-Biodiversitätskonferenz finden sich in folgendem Positionspapier: https://forumue.de/wp-content/uploads/2026/10/positionspapier-zur-cbd-cop17-1.pdf

Darüber hinaus das Positionspapier von GYBN: https://bit.ly/GYBNCOP17_Position

30.10.2026

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