Unser Panel beim Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) 2025: Ohne die Leitplanken Agrarökologie, planetare Grenzen und Recht auf Nahrung keine Bioökonomie
Das GFFA ist eine jährliche globale Konferenz – ausgerichtet vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die sich mit Zukunftsfragen der Ernährungs- und Landwirtschaft beschäftigt. Die Konferenz will Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen, um Lösungen für die zukünftige Ernährungssicherheit zu entwickeln. Das politische Highlight ist die weltweit größte informelle Agrarministerkonferenz.
Beim diesjährigen GFFA steht das Thema „Bioökonomie nachhaltig gestalten“ im Fokus. Gemeinsam mit Brot für die Welt, INKOTA, denkhausbremen, SERI und FIAN Deutschland, richtet das Forum Umwelt und Entwicklung eine eigene Veranstaltung beim GFFA aus, das sich kritisch mit dem Fokusthema auseinandersetzt und verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure zu Wort kommen lässt.

Zeit: Freitag, 17. Januar 2025, 11:30 – 13:00 Uhr
Ort: CityCube Berlin, Messedamm 26, Eingang Messedamm, 14055 Berlin
Raum: M2-3 auf Ebene 3
Sprachen: Englisch, Deutsch (Simultanverdolmetschung)
Registrierung: https://gffa-registration.com/events (Eintritt frei)
Bioökonomie allein kann weder eine postfossile, klimaschonende Wirtschaft noch eine gesicherte Welternährung erreichen, sie ist keine Patentlösung. Ob sie einen relevanten positiven Beitrag leisten kann oder im Gegenteil kontraproduktiv wirken wird, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Bisher stehen die konzeptionelle Offenheit und der Mangel an internationalen Mindeststandards dem entgegen. Unter vielfältigen internationalen Bioökonomie-Agenden dominiert der globalisierte, agrarindustrielle Ansatz und damit ein ungesteuerter Biomasseverbrauch. Lokale, agrarökologische Konzepte spielen bislang kaum eine Rolle. Ökologische und soziale Ressourcen werden rücksichtslos für kurzfristige Profite einiger weniger ausgebeutet. Zielkonflikte zwischen Profit, Verzicht auf fossile Rohstoffe, Schutz von Umwelt und Biodiversität, dem Recht auf Nahrung und Wahrung der Menschenrechte gehören zu den großen Herausforderungen der Bioökonomie. Fakt ist: Die limitierte Ressource Biomasse wird bereits weltweit übernutzt. Entwaldung und Vertreibung sind die Folge. Zwei Millionen Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht.
Das Fachpodium geht der Frage nach, wie die Bioökonomie gestaltet werden muss, damit sie Teil einer sozial-ökologischen Transformation sein kann und nicht nur eine grün gefärbte Scheinlösung bleibt. Diese und weitere Aspekte diskutieren internationale und nationale langjährige Expertinnen und Experten sowie von der Bioökonomie direkt Betroffene.
Podiumsgäste:
Dr. Joachim H. Spangenberg wird als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowohl aus Umwelt- als auch aus Wissenschaftssicht die Problematiken der Bioökonomieansätze beleuchten.
Morgan Ody, Mitglied von der Confédération Paysanne und Koordinatorin von La Via Campesina, wird besonders auf Fragen der Ernährungssouveränität und lokaler Ernährungssysteme mit Bezug zur Bioökonomie hierzulande und im Globalen Süden eingehen.
Jutta Kill vom World Rainforest Movement lenkt wiederum den Fokus auf die direkte wie indirekte Entwaldungsproblematik infolge der aktuellen Ausrichtung der Bioökonomie.
Moderation:
Peter Gerhardt, politischer Geschäftsführer von denkhausbremen.